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Chance und Nutzen von Social Business-Netzwerken

Mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, auch wenn man längere Zeit im Ausland lebt und arbeitet, ist durch Online-Netzwerke wie Facebook kein Problem mehr. Doch nicht nur soziale Kontakte lassen sich online pflegen. Immer mehr Menschen sind in sogenannten Social Business-Netzwerken angemeldet und bauen geschäftliche Kontakte auf. Doch kann man über Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn tatsächlich seinen Karriereweg beeinflussen oder bleibt neben einer virtuellen Kontaktliste nicht viel übrig vom Business-Netzwerken im Internet?

Dr. Stefan Ulrich Radtke, Wirtschaftswissenschaftler, hat während seines einjährigen Aufenthaltes in den USA Business-Netzwerke im Internet aktiv genutzt und sieht in ihnen ein gutes Werkzeug für die persönliche Karrierestrategie. Radtke nutzt vor allem das Netzwerk Xing, um seine geschäftlichen Kontakte zu pflegen und auszubauen. Dabei kommt es nicht nur darauf an, sich möglichst geschäftlich zu geben. „Um einem potentiellen Arbeitgeber im Gedächtnis zu bleiben, sollte man besondere Eigenschaften und Interessen, die einen von der Masse abheben, erwähnen.“ So kann man durchaus hinzufügen, dass man Schlagzeug spielt oder sich in einer Laientheatergruppe engagiert. Ist man konkret auf der Suche nach einem neuen Job, können Schlagwörter wie “Suche neue Herausforderung” potentielle Arbeitgeber aufmerksam machen. Radtke wurde aufgrund dieser spezifischen Wörter einige Male angeschrieben, aus zwei Kontakten haben sich sogar Vorstellungsgespräche ergeben. Natürlich kann man nicht erwarten, von Personalabteilungen der Unternehmen mit Anfragen überhäuft zu werden. Aber ein aktuelles Profil mit ansprechendem Foto und Präsentation der eigenen Fähigkeiten erhöht die Chance auf Aufmerksamkeit.

Einen Unterschied zwischen den USA und Deutschland bei der Verwendung von Online-Netzwerken hat Radtke auch feststellen können. In den USA ist Facebook Favorit für diejenigen Nutzer, die Online-Netzwerke für eine Jobsuche nutzen. In Deutschland trennte man bisher Privat- und Berufsleben: Facebook wurde für rein private Zwecke genutzt und nicht, um sich einem potentiellen Arbeitgebergeber vorzustellen. Doch der amerikanische Trend scheint sich auch in Deutschland langsam durchzusetzen. „Facebook wird immer mehr auch als Business-Netzwerk genutzt. Man teilt mit, auf welchem Event oder welcher Jobbörse man gerade ist oder postet wissenschaftliche Artikel.”, so Radtke. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW) veröffentlichte 2011 einen Leitfaden mit Tipps für die Karriereplanung in den Social Media. Die Publikation „Karriere-Sprungbrett Social Media – 10 Tipps für Ihre Online-Reputation“ gibt grundlegende Handlungsempfehlungen und praxisnahe Beispiele, wie Bewerber mit Hilfe von Social Media eine passende Stelle finden können. Wichtig sei vor allem, das „Selbstmarketing für die eigene Onlinereputation“ anzukurbeln. Einen guten Anfang kann man machen, indem man seinen Namen googelt und systematisch beruflich relevante Inhalte veröffentlicht.

Darüber hinaus lässt sich über Online Business-Netzwerke auch einiges über potentielle Arbeitgeber erfahren. Einige Unternehmen sind mit umfassenden Netzwerk-Auftritten vertreten und vermitteln nicht nur Informationen über ihren Tätigkeitsbereich, sondern auch über die Unternehmenskultur und Aufgabenbereiche von Mitarbeiter/-innen. Die Transparenz von Unternehmen wird dadurch erhöht. So können sich Bewerber/-innen ein gutes Bild davon verschaffen, ob das Unternehmen zu ihnen passt. Laut Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) sind Unternehmen jedoch noch eher verhalten und unsicher, wie sie sich in Online-Netzwerken präsentieren sollen. Deshalb hat Bitkom den Leitfaden „Social Media“ für die professionelle Gestaltung von Firmenauftritten in Social Business-Netzwerken vorgelegt. Festzuhalten bleibt, dass Social Business-Netzwerke sich durchaus als Kommunikations- und Informationsplattform eignen: Bestehende Kontakte lassen sich aufrechterhalten und Informationen über potentielle Arbeitgeber sammeln. Zudem werden Lebensläufe transparent. Menschen mit ähnlichem beruflichem Hintergrund können als Ideengeber für den nächsten Karriereschritt dienen. Reale Beziehungen und Netzwerke können durch Online-Netzwerke allerdings nicht ersetzt werden Dies gilt insbesondere für persönliche Kontakte zu Menschen, die durch ihre Positionen in einem interessanten Unternehmen als Türöffner agieren können. Zwar entdecken auch in Deutschland immer mehr Jobsuchende die Möglichkeiten, ihre Karriere mit Hilfe von Business-Netzwerken voranzutreiben. Doch oft ergeben sich Online-Kommunikation und Vernetzung erst durch den persönlichen Kontakt. Auch in Radtkes Kontaktliste lassen sich vor allem Menschen finden, die er auch schon persönlich kennengelernt hat.(kw)

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